Gerade hat meine Katze auf mein Sofa gekotzt, ich überlege gerade, ob ich Katzen wirklich so sehr mag, wie ich es in meiner vorigen Kolumne behauptet habe, diese Katze also, meine Meinung über Skinheads hat sich aber überhaupt nicht geändert. Und: Bitte nicht mehr bei mir anrufen, ich mag auch andere Tiere, Elefanten, Eichhörnchen, Nacktmulle, wie Sie wollen, und ich mag auch andere Menschengruppen nicht, beispielsweise Politiker in Talkrunden oder überhaupt. Wen ich, zum Beispiel, mag:
Paul, Paul G, ein riesiger Boxerrüde, gehört der Familie G, der zu KV-Treffen mittlerweile gehört wie der Geißbock zum 1. FC Köln. Ein furchtbar netter Hund, freundlich, enthusiastisch, harmonisierend, anhänglich, er widerlegt Vorurteile, die ich früher gegen Boxer hatte. Muskelstrotzende, geifernde, sabbernde, hässliche Köter, seit ich Paul kenne: keine Rede mehr davon. Jeden Teilnehmer begrüßt er freudig, wobei er allerdings nach Bekanntschaft differenziert, Herrn Owald begrüßt er freudiger als mich, er begrüßt aber jeden, gelegentlich auch Nichtteilnehmer, niemand wird von ihm diskriminiert. Freundlich, eben. Enthusiastisch: Für jede Aufmerksamkeit ist er dankbar, gelegentlich holt er sie sich mit einem gewissen Nachdruck, sei es ein trockenes Brötchen oder ein Streicheln zwischendurch. Harmonisierend: Er bildet sofort ein Rudel, jeder im Raum gehört dazu, und wenn ein Mitglied den Raum kurz verlässt, wird es entsprechend betrauert und nach der Rückkehr freudig begrüßt, freundlich, nach Bekanntheitsgrad, ich schrieb es schon. Bereits. Anhänglich: Hat er jemanden ins Herz geschlossen, und er schließt fast jeden in sein großes, großes Herz, kann es vorkommen, dass er den ganzen Abend versucht auf dessen Schoß zu hocken, zu knuddeln und zu schmusen. Ich erinnere mich da an ein Treffen in Dortmund, Paul den ganzen Abend auf dem Schoß einer Kollegin, die uns leider verlassen hat, aber das war schon ein rührendes Bild, Paul mit seinen vierzig Kilo auf dem Schoß der kaum schwereren Dame. Wobei es ein wenig darauf ankommt, wie nah man an den Gs sitzt, gelegentlich benutzt er Teilnehmer schlicht als Brücke. Dauerbrücke.
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