Prominenz

Heute war ich bei einer Freundin zu Besuch, wir haben fern gesehen, unter anderem. Sie besitzt eine Satellitenschüssel, oder wie das Ding heißt, ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Sender es gibt, die sich wie viele Nischen suchen für ihr Programm, - aber darüber vielleicht ein anderes Mal mehr. Zu Hause schaue ich nicht fern, oder selten, ich schicke das voraus, um hier nicht als Fachmann zu gelten oder gelten zu wollen.

Wir haben also eine Sendung über Prominente geschaut, zunehmend hat mich verbittert, dass ich keinen davon kannte, und meine Freundin machte natürlich meine ständige Frage: „Wer ist das?“ auch ebenso zunehmend aggressiv. Und selbst wenn ich sie gekannt hätte, so hätte mich ihr ödes Privatleben überhaupt nicht interessiert, es war insgesamt so durchschnittlich, dös es a Sau graust, wie wir Bayern sagen. Sie verlieben sich, sie lassen sich scheiden, heiraten, trennen sich, haben Schulden oder ein Vermögen, einen Film gedreht, ein Liedchen geträllert, - wen interessiert`s? Irgend jemanden bestimmt, sonst würde man das nicht senden. Die Leute mit einem noch traurigerem Privatleben, dann die ganz jungen Mitmenschen, und die älteren Mitbürgerinnen mit ihrem Stapel Klatschmagazinen vor einem am Kiosk, wenn man selbst schnell seinen morgendlichen Flachmann kaufen will. Und die Prominenten selbst, vermute ich.

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Rumblechen in the Forum

In den nächsten Wochen wird hier eine längere Zeit über so genannte Frauenthemen koluminiert werden, angeblich soll es auch um Anderes als um Waschen, Putzen, Bügeln, Kochen, Stricken, den neuesten Klatsch, die neueste Mode gehen: seien Sie bitte darauf gespannt. Aber vorher noch kurz ein Männerthema, Boxen, und ein Frauenmännerthema: Forendiskussionen bei KV.

Am 30.10.1974 boxte also Muhammad Ali gegen George Foreman um den Weltmeistertitel im Schwergewicht, Titelverteidiger war Foreman (40 Kämpfe, alle gewonnen, 37 durch K.o.), Ali war der Titel aus politischen Gründen aberkannt worden, wegen seiner pazifistischen Haltung während des Vietnamkrieges. Der Kampf fand in Kinshasa statt, in dem heutigen Kongo, damaligen Zaire, verbunden war das Ganze mit einem Rockkonzert usw. B.B.King, falls den noch jemand kennt. Foreman posierte mit einem Deutschen Schäferhund auf Pressefotos, Ali war aber der Liebling der afrikanischen Bevölkerung („Ich lege den Niggernamen Cassius Clay ab…“), und so feuerte das Publikum den größten Boxer aller Zeiten beständig an: „Ali, töte ihn…“ (Ali, bomaye).

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Anekdoten

Ach, ja, wahrscheinlich seid Ihr es müde, Ratschläge von alten, von mittelalten Männern und Frauen anhören oder durchlesen zu müssen, und, unter uns: Mich langweilt es, welche zu erteilen, abgesehen von meiner Kompetenz, ein trauriges Thema, und ich langweile mich nicht gerne in meiner Freizeit. Mein Chef möge es mir verzeihen, und mich nicht morgen mit den Worten begrüßen: „Wie lange sind Sie eigentlich schon hier, morgen mal nicht mitgerechnet…“, aber ich langweile mich in meinem Job schon genug, trotz des Stresses, es ist eben ein langweiliger Stress. Also erzähle ich lieber kleine Anekdoten, und wer errät, welcher Ratschlag darin unglaublich raffiniert versteckt ist, und wem ich noch dazu einen Preis gönne, der erhält einen von mir. Könnte sein, dass „langweiliger Stress“ schon ein Hinweis ist. Muss aber nicht. Sein.

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Selbsthilfekolumne

Nur als Warnung, für die jungen oder naiven Kollegen unter uns: Es gibt im Leben, während eines Lebens, Angewohnheiten, die zur Sucht werden können, nicht nur bei labilen oder entsprechend veranlagten Menschen. Es beginnt ganz harmlos, und irgendwann kann man nicht mehr damit aufhören, die Sucht beginnt das Leben, den Alltag zu bestimmen, es folgt der soziale Abstieg oder so etwas, einige von Ihnen werden mir das bestätigen am Schluss.

Ich heiße Andreas, ich bin Vordemeinschlafenleser. Es begann, siehe oben, ganz harmlos, in der Kindheit, es war verboten, ab einer gewissen Uhrzeit zu lesen, und in dem Verbotenen lag der eigentliche Reiz, der Nervenkitzel, der Sinnesreiz als Anlage für das spätere Verderben. Dann die Schulzeit, die späte, man schaffte seine Pflichtlektüren tagsüber nicht, und so las man sie nachts. Konnte man sich so angeblich auch besser merken, den Inhalt, für den nächsten Tag, die ersten Ausreden für den schleichenden Zerfall. Als Erwachsener zur Entspannung, abends ein paar Seiten, nicken Sie ruhig betroffen: Sie haben ja Recht.

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Gute Vorsätze

Eine Teamkolumne des Montagsteams

Zu Gast: Frau Maya_Gähler

wupperzeit:

Heute haben wir einen Gast, Frau Gähler war so nett, unserer Einladung zu folgen und einen Beitrag zu dieser Kolumne zu schreiben, ganz herzlichen Dank dafür, wir freuen uns sehr. Und die Damen und Herren des Teams: Bitte anständig benehmen, heute, also den Wodka nicht aus der Flasche trinken, die Joints nicht auf dem Teppich austreten, Füße vom Tisch, - sicher habt Ihr irgendwo schon einmal gehört oder gelesen, wie man sich anständig benimmt: Einen Versuch starten heute, bitte.

Gute Vorsätze…Fürs Neue Jahr…Nun, ich habe, wie jedes Jahr übrigens, überhaupt keine, ich bin mit dem zufrieden was ich bin und habe, das mag man arrogant oder ignorant nennen, je nach Temperament, für mich bleibt sich das gleich: Es ist mein Leben. Sollte aber jemand Vorschläge machen wollen, was ich mir vornehmen könnte für das Jahr 2008: Immer gerne, wir lachen dann herzlich gemeinsam darüber, und ich: lebe weiter wie bisher.

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KV-Projekte

Diese Woche gab es eine ganz wunderbare Veröffentlichung über Regeln für Anfänger bei KV-Kommentaren, von Herrn Farnaby, ganz ausgezeichnet. Wie gesagt. Vielleicht interessiert es einige, nicht nur: neue Autoren bei KV, dass es auch Regeln für die Leitung oder Teilnahme an Projekten gibt, ich schicke voraus: Es sind meine eigenen, sie haben sich aber bewährt, sie beziehen sich größtenteils nicht auf so genannte Schreibprojekte:

1.) Plane das Projekt im voraus von Anfang bis zum Ende:

Grundsätzlich sollte man ein Projekt ganz alleine durchführen können, zur Not. Es empfiehlt sich, das Team am Anfang möglichst groß, zahlenmäßig, zu bilden, vielleicht ist dann am Ende noch ein Drittel dabei. Falls nicht: Siehe oben. Selbst planen heißt: Exakte Zeitplanung, inhaltliche Planung, Festlegung des Ergebnisses. So lange man noch mit einem Team zusammenarbeitet, sollte man das für sich behalten, dass das Projekt eigentlich schon fertig ist. Anregungen aber immer aufgreifen, mit viel Glück erhält man welche und das Team schaut nicht ehrfürchtig auf den Teamleiter, wie das Kaninchen auf die Schlange, wobei die Schlange und das Kaninchen ja ziemlich genau wissen, was als nächstes passiert. So gesehen ein schlechter Vergleich.

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Weihnachtsplätzchen


Kürzlich habe ich selbstgebackene Weihnachtsplätzchen zugeschickt bekommen, von einer jungen Autorin, die ich durch die Jugendarbeit kennen gelernt habe, und ich habe eine Mail geschrieben an eine Bekannte, die sich über meine Zugehörigkeit zu unserer kleinen Gemeinschaft immer ein wenig lustig macht: Siehst Du, Mitgliedschaft bei KV lohnt sich doch. Manchmal.

Ansonsten gilt es ja als schick, sich als Einzelkämpfer zu definieren oder zumindest zu postulieren, das Individuum stärken, damit die Gemeinschaft stark wird. Das mag auch auf einzelne Individuen zutreffen, um diesen Begriff einmal unironisch zu benutzen, was ich selten und ungern mache, aus vielerlei Gründen, - es trifft zumindest auf die eher starken Einzelwesen zu, die durchsetzungsfähig, überzeugend, in manchen Fällen noch dazu intelligent und klug sind, oder durch andere Qualitäten zu überzeugen wissen, und sei das auch nur, indem sie einen Ball treten oder werfen können oder ohne zu stolpern einen Catwalk entlang spazieren können. Jedem seins. Die These trifft sicherlich nicht auf die schwachen Mitglieder einer Gemeinschaft zu, sie sind die Opfer eines solchen Individualismus, da sie aus sich heraus ihr Leben nicht gestalten oder gar meistern können.

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