Ein Verein

Gastkolumne

Sollte man spenden oder eher nicht spenden zum Erhalt des weiteren Betriebes des Literaturinternetforums KeinVerlag de., - so fragt im fast gleichnamigen Thread der Eigentümer dieser Plattform, Jan Zenker, und listet die Kosten, und insbesondere seinen Eigenanteil an diesen Kosten auf. Eine interessante Frage…Für sich selbst beantwortet haben diese Frage zumindest die  Mitglieder des Vereines KeinVerlag e.V., die durch einen Teil ihrer Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung der genannten Kosten beitragen: etwa ein Drittel der Kosten werden durch diese Mitgliedsbeiträge getragen. Der Betrag, den der Verein an das Forum abgibt, errechnet sich prozentual aus den Mitgliedszahlen, und zwar aus der Anzahl der Mitglieder, die zu dem Zeitpunkt der Berechnung den vollen Mitgliedsbeitrag bezahlen, einen ermäßigten, oder eben gar keinen. Wie in den meisten Vereinen heutzutage üblich, sind auch die Mitgliedsbeiträge des Vereines KeinVerlag e.V. in diesem Sinne gestaffelt. Als eine kleine Gegenleistung für dieses Engagement stellt der Eigentümer des Forums die Autorenseiten der Vereinsmitglieder werbefrei.

Gegründet im Jahre 2004 in  Erlangen, war es die Intention einiger Mitglieder des Forums, eine Gemeinschaft zu bilden, die gezielt Autoren der Plattform in ihrem literarischen Wirken unterstützen und fördern sollten und zwar durch die Durchführung auch nichtvirtueller Projekte. In den folgenden Jahren wurden verschiedene dieser Ideen verwirklicht: durch die Publikation der Literaturzeitung „16 Seiten“ und durch die Herausgabe zweier Anthologien, in denen die Werke einiger KV-Autoren exemplarisch vorgestellt wurden. Veranstaltet wurden mittlerweile drei Lesungen, bei denen verschiedene Autoren des Forums aus ihren Werken lasen. An den jährlich stattfindenden Forumstreffen ist der Verein finanziell und organisatorisch beteiligt, falls das gewünscht wird von den Verantwortlichen. Und so weiter.

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Zu Besuch

Gastkolumne

Ein merkwürdiges, schwer beschreibbares oder benennbares Gefühl, das einen überkommt, wenn man eine Wohnung besucht, in der man lange gelebt hat: Jetzt wohnen dort andere Menschen, die aus der Wohnung, beispielsweise durch eine andere Möbilierung, etwas geschaffen haben, was vertraut nur noch in der Erinnerung erscheint, und wenn man Glück hat, gefällt Einem die alte, neue Wohnung, oder falls man noch größeres Glück hat, gefällt sie Einem nicht, aber man freut sich darüber, dass sie Einem nicht gefällt, weil sie den Bewohnern gefällt und weil sie Recht haben mit dem Leben ihres eigenen Geschmacks…

Vielen Dank für die Einladung, hier an dieser Stelle eine Gastkolumne schreiben zu dürfen, ich fühle mich geehrt. Warum ich als 50jähriger eingeladen wurde, eine Jugendkolumne zu schreiben: ich bin der Vormieter dieser Kolumne und habe diese mittlerweile: Institution unter den Kolumnen gegründet, 2006, ich war damals der Jugendvertreter des Forums. Und mir wurde erlaubt, einmal meine Meinung zu äußern über die Tapeten und Bilder, die diese Wohnung nun schmücken. Danke sehr.

Initialisiert wurde diese Kolumne als Angebot an junge Autoren dieses Forums, ihre Meinung zu äußern jenseits der Diskussionsforen. Nicht jedes Thema, das einen jungen Autoren beschäftigt, eignet sich für eine Diskussion im gleichzeitig 2006 gegründeten Jugendforum, da es von so genanntem öffentlichen Interesse sein könnte, beispielsweise für Eltern, und nicht jedes Thema, das ein junges Mitglied dieser Gemeinschaft besprechen möchte, ist für eine öffentliche Forendiskussion geeignet, wieder beispielsweise deshalb, weil die Gefahr bei einer Kolumnendiskussion geringer ist als in fast naturgesetzmäßig ablaufenden Hauptforendiskussionen, dass die Diskussion kaputtgetrollt wird oder in Zerstrittenheit endet am Schluss. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass es spezielle Jugendthemen nicht gibt, die hier bisher behandelten Themen haben fast alle Bereiche des so genannten Lebens umfasst, Liebe, Tod, usw. Nur eben gelegentlich bis öfter aus der Sicht eines jungen Menschen.

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Ciao

Heute heißt es Abschied nehmen für mich, aber: Nicht zu früh gefreut, bitte, Abschied nehmen nur von diesem Team und damit von dieser Kolumne. Dieses hier ist eine Jugendkolumne, und wer auf mein (biologisches) Alter schaut, der weiß sofort: Es ist ja allerhöchste Zeit. Es wird auch kein sehr sentimentaler Abschied werden, wir haben uns schon untereinander im Team über den schweren Verlust getröstet.

Gegründet wurde diese Kolumne 2006 von mir in meiner Zeit als Jugendvertreter unseres kleinen Forums, die Idee dahinter: Den jungen Kollegen die Möglichkeit zu geben, einmal ihre Meinung in Kolumnenform zu äußern, als feste Teammitglieder oder als Gastschreiber, und zwar zu jedem beliebigen Thema und soweit es die Nutzungsbedingungen dieses Forums erlauben und damit der Anstand überhaupt. Bisher ist das fast zwei Jahre lang gelungen, jeden Montag ein Thema zu finden, fast jeden Montag, ein einziges Mal nicht, - da war ich nach dem letztjährigen Jahrestreffen in Marburg noch zu zerschlagen, um eine Kolumne zu schreiben, aber sonst: Jeden Montag.

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Pinocchio

Die meisten werden sie kennen, die berühmte Figur aus dem Kinderbuch von Carlo Collodi, in dem Buch werden die Abenteuer einer Holzfigur geschildert, unter anderem eine berühmte Geschichte, als Pinocchio eine immer längere Nase wächst, während er lügt. Man soll eben nicht lügen, oder: Etwas versprechen, wovon nicht einmal man selbst glaubt, dass man es halten kann. Ansonsten möge einem schon während des Versprechens eine Nase wachsen lang und länger, gerne aus Holz.

Hier meine ich die vorsätzlich nicht eingehaltenen Versprechungen, die man Anderen so macht, nicht die fahrlässigen, wie ein Eheversprechen, zum Beispiel, bis dass der Tod Euch scheidet, so etwas suggeriert einem ja nur der „vom Geschlechtstrieb umnebelte Intellekt“, wie Schopenhauer das genannt hat. Ich meine Versprechungen, von denen man in dem Moment, in dem man sie abgibt, schon weiß: Das kann ich nicht halten, werde ich nicht halten, am schlimmsten: Will ich gar nicht halten. Ganz zu Unrecht wird zwischen einem Versprechen und einer Lüge unterschieden, in dem Moment, in dem man ein unhaltbares Versprechen dolus direktus abgibt, lügt man.

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Deutsch sein

Schon wieder ich, eigentlich wäre jemand Anderer vom Team dran mit einer Kolumne, aber sie schauen Fußball, vermutlich, gemütlich mit Freunden oder Public-Viewing, während ich seit heute früh in meiner Besenkammer hocke und darüber grübele, womit ich Sie heute unterhalten darf; - kürzlich wollte ich übrigens eine unserer legendären Teamkolumnen über Fußball schreiben, das wurde entrüstet abgelehnt, man interessiere sich nicht dafür, nun: Es gibt also bald ein wenig Diskussionsbedarf, oder wie man das nennt, im Team, demnächst…

Ja, die EM 2008, was mich irritiert: Wenn Deutschland gleich gewonnen haben wird (es steht 1:0, momentan) dann haben alle Deutschen gewonnen, also: ich auch. Obwohl ich gar nicht mitgespielt habe, und einen Sieg einer Fußballmannschaft auch nicht als persönlichen Sieg empfinde, genauso wenig wie eine Niederlage, natürlich. Es gibt auch keine Beziehung zwischen mir und den Fußballern, keine persönliche, ebenso wenig wie eine zwischen ihnen und mir. Oder glauben Sie ernsthaft, Lukas Podolski würde mir morgen während der Arbeit die Daumen drücken, - wohl kaum. Obwohl… Podolski ist ein, nun ja: merkwürdiger Mensch. Aber wie schnell manche immer bereit sind eine Gemeinschaft mit Wildfremden zu bilden… Übrigens hat Podolski gerade das 2:0 geschossen.

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Minden

Das große KV-Jahrestreffen rückt näher, die Klugen unter Euch werden es sich spätestens beim Lesen des Titels gedacht haben, dieses Jahr also in Minden, 26.07.2008, Näheres in der Veranstaltungschronik, - und genau wie letztes Jahr für alle, die noch nie an einem Treffen teilgenommen haben, ein paar Infos, wie läuft das ab, usw. Auch: für die Jugend, besonders für die Jugend.

Das Treffen beginnt um 13.00 Uhr, Zeit, sich ein wenig warmzuplaudern, sich zu begrüßen, wenn man Manieren hat, danach findet die Mitgliederversammlung des Vereines statt, gegen 14.00 Uhr. Daran teilnehmen darf jeder, seine Meinung sagen und vielleicht durchsetzen auch, nur mitbestimmen, das dürfen nur Vereinsmitglieder. Soweit ich die bisherige Liste der Teilnehmer verfolgt habe, nimmt auch nur ein Mitglied des Jugendbereiches, das gleichzeitig Vereinsmitglied ist, an der Sitzung teil, Ihr müsst also darauf hoffen, dass die so genannten Erwachsenen die richtigen Entscheidungen für Euch treffen, vernünftig über Euch entscheiden. Wie Eure Eltern und Lehrer. Würde mich persönlich ein wenig sehr ankotzen, dass ich nicht mitbestimmen darf, zumal die maßgeblichen Projekte von KV vom Verein organisiert werden, aber Ihr wollt es ja so. Kostenlose Mitgliedschaft für unter Achtzehnjährige, danach verbilligte (15 € pro Jahr) für Studenten oder so, Befreiung bei keinem Einkommen, oder geringfügigem. Nebeneffekt: Die Werbung verschwindet von Eurer Seite.Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, seine Meinung durchzusetzen, außerhalb einer Vereinsmitgliedschaft, aber da seid Ihr Euch ja auch nicht einig, bzw. immer wieder einig desinteressiert. Nun, die MV wird ca. eine Stunde dauern.

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Währungen

Simma ährlisch, wie wir Rheinländer sagen: Vieles, alles im Leben ist doch ein Geschäft, ein mehr oder weniger erfolg-oder verlustreiches, und für die Abwicklung eines jeden Geschäftes gibt es eine Währung, in der bezahlt werden sollte, um die Bedürfnisse der Partner zu befriedigen. Das ist meistens Geld oder ein Geldwert, bei den höheren, ideellen Dingen ein solches: ein höheres, ideelles. In einer Freundschaft sind das Sympathie, gemeinsame Interessen, Vertrauen, in der Liebe Attraktivität, Zuneigung, auch wichtig: Vertrauen, usw. Aber eben oft auch Geld, meistens Geld, und es ist eine Binsenwahrheit, dass ein Verwechseln der verschiedenen Währungen für verschiedene Zwecke zu Konflikten führen kann bis hin zum Unglück für alle Beteiligten.

Wenn ich also einkaufen gehe, in einem Lebensmittelgeschäft, Discounter oder so, so ist mein Bedürfnis: Sachgegenstände zu erwerben, meine Währung: Geld. Ich suche bei Aldi keine Liebe, Freundschaft, keinen Gott, sondern, beispielsweise: Ein Brot. Das möchte ich effektiv, also möglichst schnell, und günstig, also möglichst billig, kaufen. Mehr nicht. Und wenn ich die Verkäuferin frage: „Wo haben Sie denn bitte das Brot?“, so erwarte ich nicht, dass sie mich für mein Interesse liebt, sie muss mich also auch nicht so anschauen oder so antworten als ob, eine höfliche Antwort genügt, und: eine möglichst korrekte. Ich kann die Menschen nicht verstehen, die da mehr erwarten, von Servicewüsten raunen, das Brot schmeckt mir doch nachher zu Hause nicht besser, wenn ich einen Vortrag darüber gehört habe, oder ein Beratungsgespräch über Mehlsorten über mich ergehen lassen musste. Oder erst meine Katze: Die Verkäuferin hat mir das erklärt, Leo, heute wird Dir Dein Futter besonders gut schmecken, sie hat gelächelt, ich glaube, sie liebt mich, Dich auch, - das geht meiner Katze aber so etwas am Rücken vorbei, glauben Sie mir.

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