Schopenhauer und die Adipösen

keinthema.jpgEigentlich sollte man sich mit einem Gehalt von über 14 668 € Kleidung leisten können, die gewisse körperliche Missbildungen und Deformationen zumindest kaschiert, aber nicht alle Menschen sind eitel oder auch nur geschmackvoll in der Auswahl ihrer Bekleidung. Manchmal hilft auch die teuerste Garderobe überhaupt nichts. Es kommt zudem auf, wie heißt es noch gleich, ich vergesse das immer: die inneren Werte an. Auch bei einer gewissen Dame, an die ich gerade mehr oder weniger gezwungen bin zu denken. Ein anderer, ebenso gewisser Herr mit dem gleichen offiziellen Gehalt und den gleichen erst einmal ästhetischen Problemen wird jedenfalls morgen vielleicht auf zwei Stühlen sitzen und bei Anne Will erklären, warum die SPD gegen die geplante Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um lediglich ca. zehn Euro im Bundesrat stimmen wird, bzw. Klage vor dem Bundeverfassungsgericht einreichen wird. Oder ist Jauch schon auf Sendung, weil: das Leben nimmt immer die schlimmst mögliche Wendung, so Dürrenmatt, so gesehen wird einer der beiden Adipösen morgen bei Jauch sitzen.

Um über die empörend geringe Erhöhung eines Regelsatzes zu meckern, den sie selbst festgelegt haben in der Zeit ihrer Regierungsverantwortung, - bei Einführung der vierten Stufe dieses so genannten Sozialgesetzes war die oben gemeinte, aber nicht genannte Dame Generalsekretärin der SPD. Der wegen einer seiner leidenschaftlichst gepflegten Hobbies mit Spitzname „Big Mac“ genannte Herr war im Jahre 2005, nach seiner Abwahl als Ministerpräsident Niedersachsens, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Aber natürlich werden sie wortreich und also inhalts- und substanzlos erklären können, warum sie als Oppositionspolitiker eigene Entscheidungen nicht mehr vertreten wollen, und warum es einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes bedurfte, um überhaupt eine Änderung der zumindest Berechnung dieser Almosen, die SPD und Die Grünen jahrelang als angemessen empfanden für über sechs Millionen Mitbürger, von den teuersten Transferleistungsbeziehern der Republik, den Politikern, zu erzwingen.  Nach all dem, nennen wir es freundlich: Geschwätz morgen Abend werden die Repräsentanten dieser ehemaligen Volkspartei zurückkehren zu ihrem aktuellen Lieblingsthema, der Beschimpfung, Beleidigung und Diskriminierung unserer ausländischen Mitbürger.

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Boma Ye

Für A.

keinthema.jpgEs ist früher Sonntagmorgen, und in der ARD wird gerade ein Boxkampf übertragen, ich habe kurz hineingeschaut, zwei Kneipenschläger, die aufeinander einprügeln; - und erinnere mich, wie ich früher aufgestanden bin, um die Boxkämpfe Muhammad Alis anzuschauen, sie wurden mitten in der Nacht oder am frühen Morgen live übertragen. Besonders erinnere ich mich an den legendären Kampf Alis 1974 in Kinshasa, dem damaligen Belgisch Kongo und heutigen Zaire, gegen George Foreman, ich war damals zwölf Jahre alt und habe aus dem Kampf mehr gelernt als aus manchem Buch…

Muhammad Ali war sein Weltmeistertitel 1967 aberkannt worden, weil er sich geweigert hatte, im Vietnamkrieg zu kämpfen („Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherrn über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen…“), damals gab es in den USA kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Seit 1970 durfte er wieder boxen und erwarb sich in dieser Zeit mühselig das Recht auf eine Herausforderung des amtierenden Weltmeisters George Foreman, der in vierzig Kämpfen als Profiboxer unbesiegt geblieben war, 37 Kämpfe davon hatte er durch K.O.-Siege gewonnen. Allgemein wurde in Fachkreisen erwartet, dass Ali den Kampf verlieren würde und seine Karriere anschließend beenden werde.

Es war das erste sportliche Großereignis, das in Afrika stattfand, es gab ein musikalisches Rahmenprogramm, bei dem u.a. James Brown auftrat, der Kampf selbst fand vor über 100.000 Zuschauern in einem Stadion und Millionen Fernsehzuschauern weltweit statt. Im Vorfeld des Kampfes hatte Muhammad Ali die Sympathie der Bevölkerung gewinnen können, ohnehin genoss er hohes Ansehen in der schwarzen Bevölkerung weltweit, da er sich mehrfach während seiner Karriere gegen Rassendiskriminierung engagiert hatte. („Heute lege ich den Niggernamem Cassius Clay ab…“). Foreman dagegen trat in weißen Anzügen und mit Schäferhunden auf, er erinnerte das Publikum insgesamt durch sein arrogantes Auftreten an die ehemaligen belgischen Kolonialherren. So intonierte das Publikum während des Kampfes „Ali, bomay“ („Ali, töte ihn“).

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