Übrigens

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Übrigens haben die Kollegin bookishasearlgrey und ich das Kommentierprojekt gestartet, das ich vor geraumer Zeit im Forum angekündigt hatte als Versuch, einmal eine Antwort darauf zu geben, was Kommentierkultur sein könnte; - jeder seriös interessierte Kollege sei hiermit herzlich dazu eingeladen. Aber darum geht es heute nicht.

Es geht auch nicht um die Pressekonferenz, auf der der frühere Kofferträger des Waffenhändlers Schreiber einmal zeigt, wie seinesgleichen mit Mitarbeitern umgeht. Tucholsky hat einmal sinngemäß geraten: Wenn Du einen Menschen richtig beurteilen willst, so frage Dich immer: Möchtest Du den zum Vorgesetzten haben? – im Falle dieses Herren wusste ich die Antwort aber schon vorher. Nicht zum Vorgesetzten und schon gar nicht zum Finanzminister. Übrigens war es gar kein Koffer, den der ehemalige Wasserträger Kohls von Schreiber erhielt, sondern ein Briefumschlag mit 100 000 € als angebliche Parteispende für die CDU, mehr konnte Schäuble damals nicht nachgewiesen werden, und natürlich weiterhin übrigens hat er für Kohl kein Wasser getragen, sondern… Nur, auch darum geht es heute nicht.

Heute habe ich nämlich ein Geschenk erhalten, über das ich mich sehr gefreut habe, vielen Dank dafür. Es handelt sich um einen Aschenbecher, den mir ein Kollege als kleine Aufmerksamkeit für einen Gefallen geschenkt hat, den ich ihm erwiesen habe, und er sagte dazu:„ Ich brauche ihn nicht mehr, und Du hoffentlich bald auch nicht mehr…“. Ich mag solche Geschenke sehr, die sozusagen eine persönliche Botschaft tragen. Noch einmal: ganz herzlichen Dank, vielleicht hilft mir das Präsent, endlich diese gefährliche Sucht zu überwinden.

Leider gelingt es mir selbst äußerst selten, solche anspruchsvollen Angebinde zu verteilen zu den verschiedenen Anlässen oder auch einfach nur so, mein Standardgeschenk sind Bücher. Allerdings kann man an der Art des Buches erkennen, was ich von dem zu Beschenkenden denke, - Höchststrafe ein Ratgeberbüchlein, Zeichen höchster Wertschätzung beispielsweise ein Gedichtband von Dylan Thomas oder so. Übrigens wird „Angebinde“ tatsächlich als Synonym angeboten für das Substantiv „Geschenk“, jedenfalls von dem Synonymwörterbuch, das ich gelegentlich benutze.

Und die Klugen unter Ihnen werden es schon bemerkt haben: das Weihnachtsfest rückt näher und es empfiehlt sich, rechtzeitig die Zueignungen für seine Liebsten zu besorgen, will man sich nicht dem Stress aussetzen, in den letzten vier Wochen vor dem Fest der Geschenke, eingezwängt in eine hysterische, nach Glühwein stinkende Horde, durch die Einkaufspaläste geschoben zu werden. Da heute Verkaufsoffener Sonntag in Wuppertal gefeiert wird, werde ich einmal einige Gaben einkaufen. Übrigens: Zueignung und Gabe sind Begriffe, die mein Synonymwörterbuch… Aber das haben Sie sich sicher schon gedacht.

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Eine Soundso

keinthema.jpg„Eines schickt sich nicht für alle“, schrieb Goethe einst zu Recht, was sich aber schickt, und was eben nicht, darüber gehen Meinungen oft auseinander. Einig bin ich mir aber mit den Lesern meiner kleinen Kolumne darüber, dass es sich nicht gehört, die derzeit amtierende Familienministerin als „deutsche Schlampe“ zu beschimpfen, solche Adjektive als Versuche, den Charakter und das Wirken einer Berufspolitikerin zu beschreiben, sind unter Menschen, die versuchen, sich auch in heftigsten Auseinandersetzungen an ihre humanistische Bildung zu erinnern, zu Recht verpönt. Man denke, beispielsweise, über die Entscheidung ihres Ministeriums, Organisationen, die sich gegen die Gewalt des Naziabschaums zu wehren versuchen, die Fördergelder zu streichen, was man mag, - sie dafür als „deutsch“ zu beleidigen geht als Invektive auch moralisch zu weit.

Natürlich hat sie Recht mit ihrer in der „FAS“ vorgestellten Synthese, dass die „Deutschenfeindlichkeit“ auf unserem eigenen Blut und Boden besorgniserregend zunimmt. Diesen Zustand gleich mit einem Begriff zu benennen, den es, laut „Duden“, noch gar nicht gibt, halte ich für notwendig im Sinne einer vermutlich auf die Beschreibung folgenden sachlichen Auseinandersetzung: neue Miseren erfordern neue Begriffe. Oder ist es umgekehrt? Zumindest zeigt die Fähigkeit, welche Sprache auch immer als Instrument intellektueller Arbeit anwenden zu können, dass Frau Schröder ihren Doktortitel höchstverdient führt.

Zumal es um ein Problem geht, unter dem am meisten unsere Jugend zu leiden hat, laut Frau Dr. Dings wird unsere geliebte Jugend von einem islamischen Mob daran gehindert, ihre Grundbedürfnisse nach einer Pflege theodiscer Kultur auszuleben, ohne dafür diskriminiert zu werden. Lederhose bzw. Dirndl, oder kurze, bunte Hosen, Unterhemd über dem Bierbauch, dazu weiße Socken in Sandalen gelten nicht als Ausdruck einer diotischen Disposition, sondern einer idiotischen auf nicht mehr deutschen Schulhöfen. Für das Tragen der neuen alternativen Landestracht, kotbraune Uniform und Marderschützenpanzer, sind sie leider noch zu jung… Unsere lieben Kleinen werden daran gehindert, ihre geliebten Wagneropern auf dem MP 3- Player abzuspielen und als Antwort auf das Gestammel der Muselmänner mit einem Zitat aus, beispielsweise, Goethes „Faust“ für ehrfürchtige Ruhe zu sorgen. Wollen sie ihre durch Generationen an ihre Geschmacksnerven vererbte Lieblingsspeisen zu sich nehmen, - Sauerkraut, Eisbein, Bratwurst usw. – müssen sie womöglich bis Mallorca reisen oder an die türkische Adria, in ihrer Heima oder Heimat sind sie umzingelt von Dönerbuden, Pizzerien und Fastfoodküchen, die unsere leckeren Nationalgerichte nicht anbieten, um die deutsche Jugend nicht nur zu diskriminieren, sondern gleich zu vergiften. Da Politiker dafür bekannt sind, erkannte Probleme auch umgehend erfolgreich zu lösen, bin ich nur wenig besorgt und also zuversichtlich, dass unsere Jugend bald wieder gemütliche Volksliederabende feiern darf, ohne von islamischen Terroristen dafür in die Luft gesprengt zu werden als Ausdruck der Missbilligung und Folge blinden Rassismuses..

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Schopenhauer und die Adipösen

keinthema.jpgEigentlich sollte man sich mit einem Gehalt von über 14 668 € Kleidung leisten können, die gewisse körperliche Missbildungen und Deformationen zumindest kaschiert, aber nicht alle Menschen sind eitel oder auch nur geschmackvoll in der Auswahl ihrer Bekleidung. Manchmal hilft auch die teuerste Garderobe überhaupt nichts. Es kommt zudem auf, wie heißt es noch gleich, ich vergesse das immer: die inneren Werte an. Auch bei einer gewissen Dame, an die ich gerade mehr oder weniger gezwungen bin zu denken. Ein anderer, ebenso gewisser Herr mit dem gleichen offiziellen Gehalt und den gleichen erst einmal ästhetischen Problemen wird jedenfalls morgen vielleicht auf zwei Stühlen sitzen und bei Anne Will erklären, warum die SPD gegen die geplante Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um lediglich ca. zehn Euro im Bundesrat stimmen wird, bzw. Klage vor dem Bundeverfassungsgericht einreichen wird. Oder ist Jauch schon auf Sendung, weil: das Leben nimmt immer die schlimmst mögliche Wendung, so Dürrenmatt, so gesehen wird einer der beiden Adipösen morgen bei Jauch sitzen.

Um über die empörend geringe Erhöhung eines Regelsatzes zu meckern, den sie selbst festgelegt haben in der Zeit ihrer Regierungsverantwortung, - bei Einführung der vierten Stufe dieses so genannten Sozialgesetzes war die oben gemeinte, aber nicht genannte Dame Generalsekretärin der SPD. Der wegen einer seiner leidenschaftlichst gepflegten Hobbies mit Spitzname „Big Mac“ genannte Herr war im Jahre 2005, nach seiner Abwahl als Ministerpräsident Niedersachsens, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Aber natürlich werden sie wortreich und also inhalts- und substanzlos erklären können, warum sie als Oppositionspolitiker eigene Entscheidungen nicht mehr vertreten wollen, und warum es einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes bedurfte, um überhaupt eine Änderung der zumindest Berechnung dieser Almosen, die SPD und Die Grünen jahrelang als angemessen empfanden für über sechs Millionen Mitbürger, von den teuersten Transferleistungsbeziehern der Republik, den Politikern, zu erzwingen.  Nach all dem, nennen wir es freundlich: Geschwätz morgen Abend werden die Repräsentanten dieser ehemaligen Volkspartei zurückkehren zu ihrem aktuellen Lieblingsthema, der Beschimpfung, Beleidigung und Diskriminierung unserer ausländischen Mitbürger.

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Boma Ye

Für A.

keinthema.jpgEs ist früher Sonntagmorgen, und in der ARD wird gerade ein Boxkampf übertragen, ich habe kurz hineingeschaut, zwei Kneipenschläger, die aufeinander einprügeln; - und erinnere mich, wie ich früher aufgestanden bin, um die Boxkämpfe Muhammad Alis anzuschauen, sie wurden mitten in der Nacht oder am frühen Morgen live übertragen. Besonders erinnere ich mich an den legendären Kampf Alis 1974 in Kinshasa, dem damaligen Belgisch Kongo und heutigen Zaire, gegen George Foreman, ich war damals zwölf Jahre alt und habe aus dem Kampf mehr gelernt als aus manchem Buch…

Muhammad Ali war sein Weltmeistertitel 1967 aberkannt worden, weil er sich geweigert hatte, im Vietnamkrieg zu kämpfen („Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherrn über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen…“), damals gab es in den USA kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Seit 1970 durfte er wieder boxen und erwarb sich in dieser Zeit mühselig das Recht auf eine Herausforderung des amtierenden Weltmeisters George Foreman, der in vierzig Kämpfen als Profiboxer unbesiegt geblieben war, 37 Kämpfe davon hatte er durch K.O.-Siege gewonnen. Allgemein wurde in Fachkreisen erwartet, dass Ali den Kampf verlieren würde und seine Karriere anschließend beenden werde.

Es war das erste sportliche Großereignis, das in Afrika stattfand, es gab ein musikalisches Rahmenprogramm, bei dem u.a. James Brown auftrat, der Kampf selbst fand vor über 100.000 Zuschauern in einem Stadion und Millionen Fernsehzuschauern weltweit statt. Im Vorfeld des Kampfes hatte Muhammad Ali die Sympathie der Bevölkerung gewinnen können, ohnehin genoss er hohes Ansehen in der schwarzen Bevölkerung weltweit, da er sich mehrfach während seiner Karriere gegen Rassendiskriminierung engagiert hatte. („Heute lege ich den Niggernamem Cassius Clay ab…“). Foreman dagegen trat in weißen Anzügen und mit Schäferhunden auf, er erinnerte das Publikum insgesamt durch sein arrogantes Auftreten an die ehemaligen belgischen Kolonialherren. So intonierte das Publikum während des Kampfes „Ali, bomay“ („Ali, töte ihn“).

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Über Monotropismus

keinthema.jpgAm kommenden Freitag werde ich zwei Menschen am Dortmunder Hauptbahnhof treffen, die ich sehr mag, ich freue mich darauf sehr. Und ich weiß, dass wir eine sehr schöne gemeinsame Zeit haben werden, was ich außerdem schon weiß, ist, dass sie nicht pünktlich ankommen werden wie verabredet, sondern verspätet, da sie mit der Deutschen Bahn anreisen werden, deren Firmenname eigentlich als Begriff in das Synonymwörterbuch unter dem Schlagwort „Verspätung“ aufgenommen werden sollte.

Ein Beispiel: die in Wuppertal und Umgebung legendäre Schnellbahn 8, S 8 bzw. S 5, die ich täglich benutze. Sie durchquert Wuppertal in Richtung Hagen oder Dortmund bzw. Mönchengladbach, Düsseldorf, Neuss, und hält an sieben Bahnhöfen in unserer zu Recht in aller Welt beliebten Stadt. Für diese kleine Reise durch unsere Metropole hat sie laut offiziellem Fahrplan der Deutschen Bahn 27 Minuten Zeit, also drei Minuten, um von einer Haltestelle zur nächsten zu fahren, die Fahrgäste ein-und aussteigen zu lassen, und dann weiterzufahren. Das geht natürlich nicht, da die reine Fahrtzeit zwischen den Haltestellen schon zumeist mehr als drei Minuten beträgt, und so hat die S 8, wenn sie an einem der beiden Endbahnhöfe in Wuppertal ankommt, regelmäßig mindestens acht Minuten Verspätung.

Irgendjemand in der Verwaltung der Deutschen Bahn hat also irgendwann einen Fahrplan verbrochen, der nicht berücksichtigt, dass die Züge seines kleinen Unternehmens normalerweise auch Fahrgäste transportieren, die von diesem Unternehmen scherzhaft oder ironischer Weise „Kunden“ genannt werden. Oder hat er oder sie es gar nicht vergessen? Vieles, was die Deutsche Bahn so Service nennt, lässt darauf schließen, dass man bewusst am liebsten leere Züge durch leere Bahnhöfe fahren lassen würde, wenn es nur dieses leidige Problem nicht gäbe, dass eine solche riesige Märklinbahn nicht zu finanzieren wäre auf Grund zu hoher Kosten bei fehlenden Einnahmen. Aber dass man als Kunde den Bahnbetrieb stört, merkt man ständig und man bekommt es ständig zu spüren. Kein Taxifahrer würde es seinem Fahrgast zumuten können, in einer völlig verdreckten und mies gepflegten Karre in bedenklich schlechtem technischen Zustand einzusteigen, und keine noch so hoch verschuldete Kommune würde es wagen, ihre Bürger an derart heruntergekommenen Haltestellen warten zu lassen, wie die Deutsche Bahn sich das erdreistet.

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Sieg der Nettigkeit

keinthema.jpgOb Sie es wahr haben wollen oder nicht: Das Leben ist ungerecht, und unsere Gesetzgebung ist es ebenso, ein Beispiel: Tatenlos sah die Polizei heute zu, als ein Mob wildgewordener so genannter Fußballfans ganze Straßenkreuzungen in Wuppertal laut hupend lahm legte, nachdem ein Team von Durchschnittskickern die argentinischen Fußballgenies um Messi niedergekämpft hatte, ein, wie ich finde, für das weitere und überhaupt Schicksal unserer geliebten Republik eher unbedeutendes Ereignis. Als ich dagegen vorigen Mittwoch hupend und den gelben Lappen schwenkend eine kurze Runde durch die Innenstadt drehte, um die Wahl des Kuratoriumsmitgliedes von” Pro Christ”, Wulff, in das höchste Staatsamt, das des Bundespräsidenten, zu bejubeln, wurde ich gezwungen, mich einem Alkoholtest zu unterziehen und erhalte demnächst einen Strafbescheid wegen Störung der Öffentlichen Ordnung und einen Bußgeldbescheid wegen Hupens innerhalb geschlossener Ortschaften. Nun sagen Sie selbst….

Genau wie mindestens 75 % aller Bundesbürger finde ich, dass Wulff ein guter Präsident ist, beziehungsweise sein könnte, er ist für eine kritische Bilanz seiner Tätigkeit noch ein wenig sehr kurz im Amt. Aber, wie er selbst sagen würde: “Ach so, wir müssen ja noch ein Foto machen”, oder etwas ähnlich Nettes. Denn ich finde ihn auch persönlich nett, ein smarter Typ, der mich an den Küster erinnert, der die Gottesdienste und so betreut hat, die ich als Kind immer besuchen musste. Immer angemessen lächelnd oder betroffen schauend, den Umständen entsprechend, so wie Wulff sicherlich auch sehr gut betroffen lächeln kann, wenn die neuesten Särge aus Afghanistan einfliegen. Leider stellte sich bei dem Küster später heraus, dass er seine Mutter getötet hatte, die er jahrelang aufopfernd gepflegt hatte, scheinbar, - ich erinnere mich noch, wie er am Tag der Tat laut schreiend in den Gottesdienst gestürmt kam. Ein Fall für die Psychiatrie, wo die fanatisch Netten öfter landen, so meine Erfahrung. Christian Wulff dagegen hat seine Mutti tatsächlich gepflegt mit weniger spektakulärem Finale.

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Wickelräume und Payback

keinthema.jpgEs ist seltsam oder auch nicht so sehr, dass man auf Herrentoiletten keine Wickelräume findet, keinen Behälter für Hygienepapier, dafür aber Kondomautomaten, die man im Gegensatz zu den beiden ersteren Dingen auf Damentoiletten selten bis nie installiert hat. Seltsam, aber aus diesen drei Beobachtungen lässt sich seriöserweise kein Weltbild ableiten und schließlich formulieren am Schluss; - und im Grunde genommen sind diese Erfahrungen kein erschöpfendes Thema für eine Kolumne, jedenfalls nicht für diese.

Diese Feststellungen waren Thema eines Mailwechsels, den ich vor Jahren einmal führte, ich habe mich daran erinnert, als ich heute ein Buch namens „Payback“ bei einem Freund im Bücherschrank entdeckte, - ein Lamento über das Kommunikationszeitalter, um den Inhalt kurz zusammenzufassen. Alles ist so schnell, so viel, so unübersichtlich, so oberflächlich geworden, so laut. Keine neue Erkenntnis also, dass das Internet, beispielsweise, kein geeignetes Medium für die Müden und Langsamen ist, jedenfalls nicht, um über dieses zu kommunizieren. Diesen eher apollinischen Charakteren empfiehlt es sich, zur Weitergabe ihrer Erkenntnisse und so Briefe zu schreiben und Münztelefone zu benutzen.

So, wie wir das früher gemacht haben, als es noch keine Handys gab, keinen Festnetzanschluss in jedem Haushalt und Internet überhaupt nicht. Diese Zustände waren überhaupt kein Problem für Zeitgenossen, die keinen großen Freundes- oder Bekanntenkreis hatten, oder die diesen im überschaubaren Rahmen pflegten, der auch zu Fuß zu durchqueren war, - ich selbst erinnere mich mit Grauen an Abende, die ich auf der Suche nach einer intakten Telefonzelle verschleudern musste, um eine Verabredung zu treffen oder so, und hatte man eine gefunden, so war das Scheißding besetzt oder das eigene Kleingeld reichte nicht, der andere Teilnehmer nicht zu erreichen, - Sie erinnern sich da vielleicht selbst. Heute benutze ich meinen Festnetzanschluss mit AB, mein Handy, schreibe Mails, an der technischen Möglichkeit zu kommunizieren scheitern Beziehungen zu Menschen, die ähnlichen Wert auf Erreichbarkeit legen, bei mir nicht mehr.

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