Abendbrot, beispielsweise
Gelegentlich weiß man gar nicht so recht, was man sich so zu essen kochen soll, beispielsweise zum Abendbrot, unschlüssig schlendert man durch den Supermarkt, appetitlos, und schließlich kauft man das Sonderangebot, weil es im Grunde genommen egal ist, was man kauft, so ist es wenigstens billig Irgendetwas muss man essen, irgendwann, warum nicht das Billige sofort.
In Deutschland sinkt die Wahlbeteiligung ständig, bei der letzten Bundestagswahl lag sie unter 80 %, bei Kommunal- und Landtagswahlen liegt sie zwischen 55- und 65 %, bei Europawahlen noch darunter. Tendenz fallend, und obwohl das keine spektakulär schlechten Ergebnisse sind im Vergleich zum demokratischen Ausland, sollte man diese Entwicklung ernst nehmen oder sich zumindest darüber wundern. Dürfen.
Schließlich ist die Beteiligung an einer Wahl für die meisten von uns die einzige Möglichkeit, sich politisch zu äußern und vielleicht sogar: zu gestalten, sollte die von uns gewählte Partei einen Platz im Parlament erhalten. Der Ausgang einer Wahl betrifft oder trifft uns alle, im Kleinen wie im Großen: vom Platz im Kindergarten bis hin zu wie auch immer gearteten und begründeten Beteiligungen an Kriegen. Lokalpolitik und Weltpolitik. Man sollte dazu eine Meinung haben, und dann auch wollen, dass diese Meinung demokratisch durchgesetzt wird. Sonst wird für einen entschieden, und das heißt: über einen, und ganz selten werden da die eignen Interessen berücksichtigt werden. Zumal sie niemand kennt.
Begründet wird die fallende Wahlbeteiligung oft mit einer allgemeinen Politikverdrossenheit, oder Politikerverdrossenheit, man fühlt sich dieser Kaste hilflos ausgeliefert. Nur ist es in einer Demokratie so, dass die Politiker immer so mächtig sind, wie es die Mehrheit der Bevölkerung zulässt, und die einzige Möglichkeit, deren Macht zu regulieren, ist der Moment der Wahl, will man sich nicht selbst politisch engagieren durch Übernahme eines Mandates. Wählen Sie die Typen ab, wenn Sie Ihnen nicht gefallen, sie werden mächtiger mit jedem, der nicht wählt. Politiker sei ein schöner Beruf, so kürzlich ein bekannter SPD-Europaabgeordneter, wenn nur die Wahlen nicht wären, er meinte das völlig unironisch in einem seltenen Moment der Wahrheitsliebe, vermutlich.
