Heimweh

Und als sie vor dem Bild standen, Magritte: „Heimweh“, fragte er sie, wie gefällt Dir das Bild, und sie sagte, der Löwe muss weg, der Löwe?, fragte er, oder der Mann, sagte sie, der Mann?, oder beide, beide?, fragte er, oder die Lampe, sagte sie, die Lampe?, oder das Geländer, das Geländer?, oder die ganze Brücke, die Brücke?, fragte er, oder der Hintergrund, sagte sie, der Hintergrund?, denn er ist zu gelb, zu gelb?, fragte er, weil: das Heimweh ist doch wie eine leere Leinwand, leere Leinwand?, fragte er, man weiß nicht: wonach, wonach?, fragte er, ich weiß das nicht ,sagte sie, Du?, und dann fragte er, willst Du mich heiraten, und sie, sie lächelte, oder sollen wir weitergehen zum nächsten Bild, fragte er, und sie, sie: lächelte.

Vorgelesen von m.o.bryé

Texte

Solche Scheißgedichte kann doch jeder Idiot schreiben.

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Dreiteilige Teamkolumne zum Thema: Von den Gründen zu schreiben

Zweiter Teil:

Hinweis: Liebe Leser, herzlich willkommen im Jahr 2012. Diese mehrteilige Kolumne ist eine Gemeinschaftsproduktion der Autoren modedroge, tausendschön, wupperzeit, Fremdkoerper, MagunSimurgh und bookishasearlgrey.

“der Schriftsteller scheut sich vor Gefühlen, die sich zur Veröffentlichung nicht eignen; er wartet dann auf seine Ironie; seine Wahrnehmungen unterwirft er der Frage, ob sie beschreibenswert wären, und er erlebt ungern, was er keinesfalls in Worte bringen kann. Diese Berufskrankheit des Schriftstellers macht manchen zum Trinker.”

Max Frisch: Montauk.”

Das Schreiben aus Bescheidenheit und Klugheit der eigenen Gedanken, das finden wir durchaus auch ehrenwert. Und doch: Manchmal schreibt man aus purem Eigennutz, weil man gar nicht wohin weiß mit seinen Gefühlen, oder um eine Wette zu gewinnen, oder um reich und berühmt zu werden, oder alles zusammen. Im besten Fall geschieht es in dieser Reihenfolge: Man gewinnt eine Wette um viel Geld, gründet mit dem Erlös einen eigenen Verlag, bringt dann durch rücksichtslose Guerilla-PR die eigenen Meisterwerke unters Volk, und kann es sich leisten, eine dekadente Dichterexistenz zu werden.
Doch was, wenn man sich für einen Schreibwerker ohne Meister hält? Im schlimmsten Fall ist man ein kompensatorischer Narzisst, im besten ein Autor, der sich nicht zutraut, einer zu sein.

wupperzeit:

Ich war viel zu lange nur Leser, um heute noch ein Autorenleben führen zu können, das meinen eigenen Ansprüchen an diese Berufung genügen könnte: Ich habe erst im Alter von 42 Jahren begonnen zu schreiben. Es ging um eine Wette: Ein Freund schickte mir eine Zeit lang grauenhafte Gedichte eines Bekannten, und nachdem meine dezenten Hinweise auf die meiner Meinung nach fehlende Qualität dieser Texte, - sehr nett, ja, übrigens regnet es hier schon wieder, - an dieser Zusendung nichts änderten, schnauzte ich ihn eines Tages an: Solche Scheißgedichte kann jeder Idiot schreiben. Und er: Du nicht. Und ich: 50 in einer Stunde…So fing das an. Nachdem mein Freund die Texte gelesen hatte, knurrte er: Aber mein Bekannter stellt sich der Kritik in Literaturforen, seine Texte finden dort zahlreiche und positive Resonanz…Und so kam ich zu den „Textdieben“ und kurze Zeit später zu KV.

Wenn man so spät beginnt zu schreiben, und aus derart profanen Gründen, fehlt einem natürlich die Disposition des Autoren, man hat sie nicht entwickeln, nicht sozialisieren können, es fehlt also die Gestaltung des Alltags durch die Literatur. Dem Autoren wird alles zur Literatur, reizüberflutet auf das Ziel hin, eine Begebenheit, ein Ereignis, eine Empfindung, einen Gedanken zu gestalten als Text, lebt er anders als der Leser, der auf das Ergebnis dieser Suche wartet, um diese Phänomene der Empfindsamkeit teilen zu dürfen am Schluss, um am Ende der Einsamkeit der Gedanken und Gefühle zu entkommen für einen Moment in der Begegnung durch die Literatur. So das Ideal der Beziehung zwischen Leser und Autoren.

Warum ich schreibe…Um einen gelegentlichen Besuch zu machen in einem Autorenleben, als Leser, und um gelegentlich einen Leser zu besuchen, als Autor: um am Ende eine Anekdote erzählen zu dürfen von einer Wette, die ich gewonnen habe am Schluss: als lesender Autor und schreibender Leser.

bookishasearlgrey:

Warum ich begonnen habe zu schreiben, ist wie fast alles in meiner Biographie eine Legende der Geltungssucht, Unentschlossenheit und Egomanie.
Die Geschichte des Schreibens beginnt 1996, als ich 8 Jahre alt war. Ein Mädchen in meiner Grundschulklasse brachte einen Text mit in die Schule. Er war schreibmaschinengetippt und mit einer Zeichnung verziert. Der Inhalt ist und bleibt mir unbekannt. Ich kann mich aber sehr wohl noch an das stolze Lächeln erinnern, mit dem die Lehrerin den Text nach der Lektüre dem Mädchen zurückgab, mit dem Worten: „Wir haben eine Schriftstellerin unter uns!“ Das Wort Schriftstellerin hörte ich zum zweiten Mal im Leben (nach My Girl II).
Aus Neid und Ruhmsucht also, und da ich ohnehin nicht wusste, was ich werden sollte, beschloss ich sofort Schriftstellerin zu werden. Als erster Schritt für meine literarische Feldübernahme wurden meine Aufsätze so schön, dass die selbe Lehrerin sie als geeignet zum Abdruck für das Lesebuch erklärte und besagtes Mädchen seinerseits habe ich nie wieder durch literarische Leistungen heraus stechen sehen. Der zweite folgte zugleich: Ich schrieb Theaterstücke, bei denen ich mit weichen Bleistiften fest aufs Papier drückte, um den Eindruck zu erwecken, meine frische Dramatik sei bereits gedruckt. Leider glaubte mir das in der Märchenspielgruppe keiner.
Heute habe ich mir zur selbstwärts gewandten Prätentiösität eine andere Methode gewählt: Ich publiziere vor allem digital. Da wird mir diese Aufgabe von der Tastatur abgenommen, das ist weniger anstrengend. Aber das lebhafte Erzählen von damals ist einer Befindlichkeitslyrik und Prosaerei gewichen, für die ich mich bisweilen schäme, und die das Volumen einer wahrscheinlich bereits schon sehr lange in mir nagenden Stimme , die kürzlich in Gestalt einer Freundin erklang, stetig steigert: „Was berechtigt eigentlich mich dazu, zu schreiben?“
So, wie ich es jetzt tue, meist über Herz zu Kopf zu Fingern, ohne nochmaliges Durchlesen, das begann selbst innen ziel-, gedanken und berechtigungslos. Das begann als Aufarbeitung eines Herzschmerzes, der, um den Kreis zu schließen, wahrscheinlich die Kehrseite von meinem Egoismus, meiner Unentschlossenheit und Geltungssucht darstellt. Und ehe ich in die Stille schreie, bleibe ich lieber (un-)eigennützig und lass die Egomedaille fröhlich kreiseln:
„Und als ich euch meine Schmerzen geklagt,
Da habt ihr gegähnt und nichts gesagt;
Doch als ich sie zierlich in Verse gebracht,
Da habt ihr mir große Elogen gemacht.“

(Heinrich Heine: XXXIV)

So endet dieser Teil unserer Kolumne wie er begann, mit einem Zitat und der simplen Erkenntnis, dass Schreiben eine Kommunikationsform sein kann, mit anderen, damit sie dem eigenen Schmerz Beachtung schenken und auch mit sich selbst.

Schreiben als Kommunikation? Mehr dazu im letzten Teil unseres Jahresauftakts. Lesen Sie bitte auch den ersten Teil der Kolumnenfolge.

Geschenke

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Gestern habe ich es endlich geschafft, alle Weihnachtsgeschenke einzukaufen, mit denen ich meine Lieben und vielleicht: Sie zu beschenken gedenke; - ich war spät dran, als eher nervöser Mensch hat mich das ein wenig beunruhigt, falls Sie mir diese persönliche Äußerung über einen überlebten Zustand erlauben:

Ich verschenke seit einigen Jahren Bücher zu Weihnachten, und man kann an dem gewählten Buch ungefähr ablesen, wie ich den intellektuellen und kulturellen Zustand des Beschenkten beurteile, es gibt da eine Skala von Ratgeberbüchlein bis zu Gedichten von Dylan Thomas, beispielsweise. Es gibt eben, Gott sei Dank, gute und schlechte Freunde, und ebenso, Gott sei Dank, gute und schlechte Bücher.

Selbst publiziere ich ja nur im Internet, ein Internetautor, oder: ein digital author, wie mich eine Freundin (Geschenk dieses Jahr: Mankell, Skalawert: oberes Mittelfeld) ein wenig spöttisch und abwertend zu nennen pflegt. In der internen Hierarchie der Autoren stehe ich damit ganz unten, noch unter den Verfassern von Ratgeberbüchlein, denn die wurden ja gedruckt von irgendjemandem, und dieses „gedruckt worden (zu) sein“ ist das Maß aller Dinge im so genannten Kulturbetrieb, wie ein Stern auf der Motorhaube. Ob die Motorhaube verrostet, zerbeult oder einfach nur hässlich, weil, zum Beispiel: protzig ist, ist unerheblich, es kommt auf den Stern darauf an.

Für den Buchmarkt selbst sieht es momentan ähnlich düster aus wie für die Autoindustrie, und die Gründe für diese Krise sind wohl die selben: Man hat zu viel produziert, und zu vieles an den Bedürfnissen der Kunden vorbei produziert. Wir leben in einer schnellen und schnelllebigen Zeit, man mag das bedauern, aber für viele Bedürfnisse und Erfordernisse des normalen Alltages sind Bücher einfach zu langsam, zu unkomfortabel in der Handhabung, beispielsweise bei einer Recherche. Eine Recherche im Netz dauert Minuten, die Ergebnisse sind aktuell, wer schlägt da noch lange in Lexika nach? Außerdem ist dem Buchmarkt ein wichtiger Kundenkreis weggebrochen, das so genannte Bildungsbürgertum wurde ersetzt mit der Zeit durch das Besitzbürgertum, und letzteres liest keine Bücher. Nur diese Ratgeber- und Küchenpsychologiebüchlein, und davon können Verlage nicht dauerhaft existieren. Die Flut der anderen Bücher, mit denen der Markt ständig überflutet wird, bleiben unverkauft und ungelesen. Und das noch dazu oft zu Recht.

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Neuer Wettbewerb

Die Jury schreibt:

“Nosdames, Nossieurs:

der Literaturwettbewerb „Poesieschacht“ auf keinverlag.de  geht in die 2. Runde; – Poesieschacht ist ein Wettbewerbsprojekt von keineJugend, der Jugendinitiative des Vereins KeinVerlag e.V., der auch das Preisgeld stellt..

Das diesjährige Wettbewerbsthema lautet “Spaziergang”.

Zu gewinnen gibt es Preisgelder von insgesamt 200€, welche die Jury nach eigenem Ermessen unter 2-4 Gewinnern aufteilt.

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termine

Am See

Als er kam saß sie schon auf der Bank am See und ließ Steinchen springen über das Wasser. Steine, es regnete leicht und langsam wurde es: dunkel. Als er sich zu ihr setzte sagte er etwas, wie: Ich habe mich verspätet. Und sie sagte etwas, wie: Nichts. Und ließ Steinchen hüpfen über das Wasser. Wie Steine.

Selbstrotation, dachte er, die Steine müssen in Rotation gebracht werden, sonst gehen sie unter. Ellipsoidenform, flacher Winkel zum Wasser, Geschwindigkeit. Bei jedem Aufprall auf das Wasser verliert der Stein an Energie, schließlich taucht er unter.

Dann sagte er es.

Sie: Ja. Kann sein.

Er dachte: Seen trocknen aus mit der Zeit, Verdunstung und menschlicher Einfluss, und am Ende bleiben Steine übrig am Grund. Steinchen. Die hebt der Irgendjemand auf und baut daraus etwas, vielleicht, ein Haus, dann eine Stadt, ein Land, eine Welt. Es leben Menschen in den Steinchen und Steinen. Die: leben, - dann führen sie Kriege, verhungern oder verdursten, so etwas, bis alles zu Staub wird und wieder zu Gestein. Am Ende regnet es und es entsteht wieder ein See. Vielleicht ein See.

Schon Homer hat über das Steinchenwerfen geschrieben, sagte er, man nahm Austernschalen dazu.

Sie lächelte. Ein wenig.

Die Beduinen nehmen den Sand als Unterlage, und die Inuit das Eis, sagte sie, aber es regnet jetzt nicht mehr.

Sie warf einen großen Stein in das Wasser, der schnell versank. Dann standen sie beide auf und gingen in die Stadt, Hand in Hand, um etwas zu essen. Oder so etwas. Dabei sprachen sie über neue Filme und Bücher, am Ende des Tages über das Wetter.

Vorgelesen von bookishasearlgrey

Manieren und Zentralverriegelung

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Zuerst wollte ich heute über einen abgehalfterten Politiker schreiben, den man aus einer noch abgehalfterten Partei hinauswerfen wollte, nur weil er empfohlen hat, diese Partei nicht mehr zu wählen, also eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen hat, wenn auch nicht als mündiger Bürger, sondern als Vertreter der Energiewirtschaft, aber immerhin. Ein eher lokalpolitisches Thema, aber welches politische Thema ist nicht in der Konsequenz als lokal zu bezeichnen… Nur hätte ich dann im Laufe der Kolumne etwas vergessen (müssen), nämlich meine Manieren, und so, zur Erinnerung an Manieren und Höflichtkeit auch als Vorsichtsmaßnahme:

Es geht doch nicht ohne gewisse Umgangsformen im menschlichen Miteinander, sonst gibt es zumindestens moralischen Mord-und Totschlag überall, und warum diese Umgangsformen dann nicht gleich ein wenig verfeinern. Es hat sich fast überall herumgesprochen, dass man nicht von seinem Wohnzimmerfenster aus auf seine Mitmenschen schießen darf, und von der Akzeptanz dieser auch, bei Nichteinhaltung, sanktionierten Vorschrift bis zum Aufstehen für die gebrechliche Omama im Bus ist es nur ein kleiner Schritt. Es geht um Respekt voreinander, es geht um gegenseitigen Schutz, und ist man dazu nicht aus allgemeiner Nächstenliebe bereit, so vielleicht aus Eigennutz: Man möchte ja selbst auch nicht abgeknallt werden auf offener Straße und auch Busfahren dürfen, wenn man selbst alt wird, geworden ist.

Wir leben im Zeitalter der Distanzlosigkeit, der Vereinnahmung durch Gruppen und durch einzelne Mitmenschen, wer heute nicht jeden spontan, symbolisch gesprochen, umarmt, gilt als Soziopath, das schafft aber eine latente Aggressivität, die Gruppen oder Beziehungen sind nur wenig harmonisch in sich, sehr fragil also, da sie als Gemeinsamkeit nur die bloße Gruppenzugehörigkeit haben, ihnen fehlt das Schopenhauersche „Medium an Weltinteressen“, und wo wir schon einmal bei Schopenhauer sind in dieser Bildungskolumne: Schopenhauer hat den Sinn von Anstand und Moral am Beispiel einer Gesellschaft von Stachelschweinen erläutert, sie brauchen die gegenseitige Wärme, aber die Stacheln verhindern eine tatsächliche Nähe, den Abstand, den sie als erträglich empfinden, nennen sie Anstand und Moral. Man liebt also die Omi nicht, für die man im Bus aufsteht, man behandelt sie nur anständig, mit Respekt. Gegenseitige Wärme auf Distanz… Höflichkeit…Und die sollte man gerade bei den Menschen pflegen, die man besonders lieb hat, so bleibt diese Wärme auch im Alltag nach der Liebe ein wenig erhalten.

Übertriebene Manieren wirken sicherlich affektiert, der „Diener“ des Herren oder der „Knicks“ der Damen sind zu Recht Relikte aus einer ebenso zu Recht vergangenen Zeit, aber mir gefällt es, wenn man Damen nicht die Türe vor den Kopf schlägt, wenn man ein, beispielsweise, Restaurant betritt, oder sich erst setzt, wenn die Dame sitzt. Sich kurz erhebt, wenn man als Sitzender von einem Stehenden begrüßt wird, und auch ein Grundmaß an Tischmanieren hat. Kürzlich war eine junge Dame ganz erstaunt, dass ich ihr beim Verlassen eines Restaurants in den Mantel geholfen habe, es war das erste Mal in ihrem fünfundzwanzigjährigem Leben, und auch ihr sonstiger Umgang besteht eigentlich nicht nur aus Proleten. Die Emanzen werden jetzt ihre Stirne in Falten ziehen, natürlich können sie einen Mantel alleine anziehen, aber wenn die Emanzipation nur in der Abschaffung respektvoller Gesten besteht, dann brauchen wir das Ding aber überhaupt nicht. Besteht sie ja auch nicht. Was ich auch schätze: Wenn man sich bedankt für einen erwiesenen Gefallen, und das muss nicht formvollendet sein, ich erhielt einmal eine Mail einer KV-Kollegin, sie bestand nur aus einem Satz: „Du bist eine coole Sau. Danke.“, und darüber habe ich mich sehr gefreut. Ein Zeichen von schlechten Manieren ist es auch, aus Mails zu zitieren, übrigens, überhaupt, diese „unmanierliche Klatschsucht“, wie es einmal genannt wurde, zeugt von ganz schlechtem Benehmen.

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Ein Verein

Gastkolumne

Sollte man spenden oder eher nicht spenden zum Erhalt des weiteren Betriebes des Literaturinternetforums KeinVerlag de., - so fragt im fast gleichnamigen Thread der Eigentümer dieser Plattform, Jan Zenker, und listet die Kosten, und insbesondere seinen Eigenanteil an diesen Kosten auf. Eine interessante Frage…Für sich selbst beantwortet haben diese Frage zumindest die  Mitglieder des Vereines KeinVerlag e.V., die durch einen Teil ihrer Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung der genannten Kosten beitragen: etwa ein Drittel der Kosten werden durch diese Mitgliedsbeiträge getragen. Der Betrag, den der Verein an das Forum abgibt, errechnet sich prozentual aus den Mitgliedszahlen, und zwar aus der Anzahl der Mitglieder, die zu dem Zeitpunkt der Berechnung den vollen Mitgliedsbeitrag bezahlen, einen ermäßigten, oder eben gar keinen. Wie in den meisten Vereinen heutzutage üblich, sind auch die Mitgliedsbeiträge des Vereines KeinVerlag e.V. in diesem Sinne gestaffelt. Als eine kleine Gegenleistung für dieses Engagement stellt der Eigentümer des Forums die Autorenseiten der Vereinsmitglieder werbefrei.

Gegründet im Jahre 2004 in  Erlangen, war es die Intention einiger Mitglieder des Forums, eine Gemeinschaft zu bilden, die gezielt Autoren der Plattform in ihrem literarischen Wirken unterstützen und fördern sollten und zwar durch die Durchführung auch nichtvirtueller Projekte. In den folgenden Jahren wurden verschiedene dieser Ideen verwirklicht: durch die Publikation der Literaturzeitung „16 Seiten“ und durch die Herausgabe zweier Anthologien, in denen die Werke einiger KV-Autoren exemplarisch vorgestellt wurden. Veranstaltet wurden mittlerweile drei Lesungen, bei denen verschiedene Autoren des Forums aus ihren Werken lasen. An den jährlich stattfindenden Forumstreffen ist der Verein finanziell und organisatorisch beteiligt, falls das gewünscht wird von den Verantwortlichen. Und so weiter.

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